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20.09.2010

Innenentwicklung ist ohne Alternative

Kern der Stadt Escherhausen wurde umgestaltet - Samtgemeindebürgermeister Mönckemeyer kämpft für den Erhalt der Infrastruktur

Foto zur Pressemitteilung
Friedrich Mönkemeyer

Northeim. Mit einem guten Konzept, engagierten Kommunalpolitikern und einer begeisterungsfähigen Bürgerschaft lässt sich viel erreichen – doch fast ebenso wichtig ist, dass das Land Förderinstrumente schafft, die geeignet sind, die Innenentwicklung von Städten und Gemeinden zu fördern. Der Eschershäuser Samtgemeindebürgermeister Friedrich Mönckemeyer nutze seinen Vortrag „Umbau statt Zuwachs am Beispiel der Stadt Eschershausen“ in der Northeimer Stadthalle, um Grenzen und Möglichkeiten kommunaler Initiativen zur Anpassung an den Bevölkerungsrückgang aufzuzeigen.

In den fünfziger Jahren, so erinnert sich Mönckemeyer, zog das Wirtschaftswunder nach Escherhausen ein. Handel und Industrie florierten, vom Amtsgericht über zwei Kinos, Bahnhof und Freibad verfügte die Stadt Escherhausen mit ihren gut 5.000 Einwohnern über eine exzellente Infrastruktur. Nach und nach waren fünf Neubaugebiete entstanden, die den Stadtkern umarmen. Zwar gibt es jetzt noch nimmer eine Reihe florierender Unternehmen bis zu einer Sozialstation und einem Taxiunternehmen. Doch durch den mit hoher Mobilität einhergehenden Kaufkraftabfluss wurde die heimische Wirtschaft geschwächt. Arbeitsplätze gingen verloren - heute fahren auf der B 64 täglich 15.000 Fahrzeuge durch die Kleinstadt. Lichtblick: Zwanzig Jahre nach Beginn der ersten Planungen wird jetzt eine Umgehungsstraße gebaut.

Während der Veranstaltung „Umnutzung und Rückbau – Chancen und Grenzen der Innenentwicklung“ machte Mönckemeyer deutlich, dass die Kommunalpolitik den Rückgang der Einwohnerzahl auf jetzt 2.600 als Herausforderung interpretiert habe. Man habe sich kritisch mit der Stadtentwicklung auseinandergesetzt und die verschiedenen Funktionsbereiche der Kernstadt untersucht.

Im Ergebnis seien städtebaulich wichtige Entscheidungen getroffen worden, die jetzt zur Belebung des Ortes beigetragen hätten. Sechs Häuser seien abgerissen, ein Penny-Markt in das Zentrum geholt worden. Salzbachgasse und Salzbachbrunnen seien komplett umgestaltet und ein Seniorenpark angelegt worden. Nunmehr würden im Bereich des Otto-Elster-Platzes vier Cafés betrieben. Die Investoren für ein Altenzentrum und ein Altenheim hätten sich für Escherhausen entschieden, weil die Stadt eine geeignete Infrastruktur vorhalte. Einen Teil dieser Maßnahmen wurde über die Städtebauförderung finanziert. Mönckemeyer: „Wir müssen uns auf die Innenentwicklung konzentrieren. Für diese Strategie sehe ich keine realistische Alternative.“

Besondere Bedeutung kommt nach Einschätzung des Samtgemeindebürgermeisters dem Verkehrssystem zu – einschließlich der Frage, wie das Oberzentrum Göttingen erreicht werden kann. Mönckemeyer räumte ein, dass bei dem zu erwartenden weiteren Bevölkerungsrückgang auch der Leerstand weiter zunehmen werde. Das lasse sich gar nicht verhindern. Entscheidend aber für die weitere Stadtentwicklung sei die Mentalität der Einwohnerinnen und Einwohner. Möneckmeyer: „Es gibt doch ganz viel, was für uns spricht. Das müssen wir erkennen und das müssen wir auch nach außen tragen.„

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