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Regionalverband bereitet Weg zur Gründung des Vereins Gesundheitsregion Göttingen

Foto Landrat Bernhardt Reuter
Landrat B. Reuter

Die Initiative war von der Universitätsmedizin Göttingen ausgegangen - Anlass war der Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie, an dem sich die UMG mit Unterstützung weiterer Institutionen beteiligte. Von Mitte 2008 bis Ende Mai 2010 war es dann der Regionalverband Südniedersachsen, der entscheidend dazu beitrug, dass sechzig Institutionen und Privatpersonen den Verein „Gesundheitsregion Göttingen“ gründeten.

Dieser Verein treibt nun die Zusammenarbeit wichtiger Akteure im Gesundheitswesen Südniedersachsens voran und stellt die Gesundheitswirtschaft der Region als wichtigen Standortfaktor nach außen und innen dar. Der Verein strebt eine bessere Zusammenarbeit von Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Kassenärztlicher Vereinigung, Sanitätshäusern und anderen Institutionen und Personen an. Gemeinsam - so die erklärte Absicht - wollen sich die Vereinsmitglieder stark machen für Prävention und das Gesund-Bleiben. Gemeinsam wollen sie stärker noch als bislang patientenorientiert arbeiten.

In den vorbereitenden Arbeiten des Regionalverbandes zeigte sich, dass inhaltliche Schwerpunkte im Bereich der Telemedizin sowie dem Thema Demenz liegen. Die angestrebte Positionierung in der Spitzengruppe der Gesundheitsregionen wird getragen von der überregionalen Bedeutung der Universitätsmedizin Göttingen in Verbindung mit der medizinischen Grund- und Regelversorgung sowie den Kur- und Reha-Kliniken zwischen Harz und Weser. Sie basiert außerdem auf der führenden Funktion der Göttinger Wissenschaft als Exzellenz-Forschungscluster für Life-Sciences und Neuro-Sciences – also auf der historischen Bedeutung der „Göttinger Medizin“.

Entscheidend dabei ist die weltweit gute Marktposition der Industriebranche Medizin- und Messtechnik mit den Unternehmensnetzwerken Measurement Valley e.V., BioRegioN und PhotonicNet. Die Region ist zudem gekennzeichnet von der ausgezeichneten Qualität der medizinbezogenen Ausbildung in zahlreichen Berufsfeldern mit verschiedenen Qualifikationsstufen und der herausragenden Rolle der Versicherungsunternehmen in der Gesundheitswirtschaft.

Die Gesundheitswirtschaft ist die größte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Insgesamt arbeiten in ihr mittlerweile rund 4,3 Mio. Menschen. Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft stellen im Durchschnitt höhere Qualifikationsanforderungen und tragen insbesondere im Bereich von Forschung und Entwicklung überproportional zur Wertschöpfung bei. Nach Schätzungen des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen (IAT) können in der Gesundheitswirtschaft bis zum Jahr 2020 bis zu 800.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Während eines Vortrags in der Lokhalle in Göttingen auf Einladung des Regionalverbandes Südniedersachsen charakterisierte Dr. Josef Hilbert, Vorsitzender des Netzwerks deutscher Gesundheitsregionen, das Gesundheitswesen als Motor für Wachstum und Beschäftigung und als „Antreiber“ für andere Sektoren. So hätten viele Wohnungsunternehmen erkannt, dass sie nur in Kombination mit Angeboten aus dem Gesundheitsbereich konkurrenzfähig seien. Erhebliche Marktchancen sieht der als Geschäftsführender Direktor am IAT tätige Referent auch im Gesundheitstourismus, in der Mobilitätswirtschaft sowie bei der Nutzung gesundheitsfördernder Baustoffe im Wohnungsbau.

Zu Beginn der Gründungsversammlung, die zwei Monate nach Hilberts Vortrag dann in der Alten Mensa in Göttingen stattfand, verwies der Vorstandsvorsitzende des Regionalverbandes Südniedersachsen, Landrat Bernhard Reuter, auf die Beiträge, die der Regionalverband zur Vorbereitung der Vereinsgründung geleistet hatte. Eine Studie des wissenschaftlichen Beraters Dr. Gerhard Cassing habe sehr deutlich aufgezeigt, dass die Region Göttingen im Gesundheitswesen im bundesweiten Vergleich exzellent aufgestellt sei. Die Region verfüge über eine Reihe von national und international anerkannten Leistungserbringern – im Krankenhausbereich das Universitätsklinikum, das Weender Krankenhaus, Neu-Bethlehem oder Neu Maria-Hilf, aber auch die zahlreichen Kliniken sowie die Reha- und Kureinrichtungen in der Fläche.

Insgesamt gebe es, so hob Reuter hervor, in Südniedersachsen 30 Kliniken - darunter 18 Akutkrankenhäuser und zwölf große Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Sie richten sich in hohem Maße auch an ein überregionales Einzugsgebiet. Zu nennen seien nicht zuletzt die Präventions- und Rehabilitationskliniken in Kurorten wie Bad Gandersheim, Bad Grund, Bad Lauterberg und Bad Sachsa. Reuter erklärte weiter: „Unsere Geschäftsstelle hat Workshops initiiert und ausgerichtet, Expertengespräche geführt und im Rahmen von Arbeitskreissitzungen die zentralen Handlungsfelder identifiziert und Projektideen formuliert. Im Februar 2010 haben wir die inhaltliche Auftaktveranstaltung in der Lokhalle im Rahmen der Göttinger Gesundheitsmesse ausgerichtet und damit die Vereinsgründung weiter vorbereitet.“

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